Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Alfter (WFA) ist zu 91 % im Eigentum der Gemeinde. Laut Gesellschaftsvertrag ist ihre Aufgabe, Grundstücke zu erwerben, zu veräußern, zu vermitteln sowie zu vermieten oder zu verpachten, um damit die wirtschaftliche und soziale Struktur der Gemeinde zu stärken.
Großprojekte mit hohen Vorleistungen
Seit einigen Jahren konzentriert sich die WFA auf zwei zentrale Projekte:
- das Neubaugebiet Buschkauler Feld in Witterschlick
- das Gewerbegebiet Alfter-Nord
Dabei geht es nicht nur um den Erwerb, sondern auch um die Erschließung und anschließende Vermarktung der Grundstücke. Bis dahin müssen allerdings erhebliche Kosten vorfinanziert werden. Für Alfter-Nord wird derzeit mit einem Vermarktungszeitraum von rund fünf Jahren gerechnet.
Millionen-Risiken für die Gemeinde
Ende 2023 hatte die Gemeinde Alfter bereits Darlehen in Höhe von insgesamt 8,5 Millionen Euro an die WFA weitergeleitet – aufgenommen bei Banken und mit Gemeindemitteln abgesichert. Damit trägt die Gemeinde das volle Risiko, falls die Projekte nicht wie geplant verlaufen. Verzögerungen, eine schwache Nachfrage oder Probleme bei der Bebaubarkeit könnten weitere Zuschüsse oder Darlehen nach sich ziehen.
Unser Beitrag: Mehr Einnahmen sichern
Um die finanzielle Basis der Gemeinde zu stärken, hat der Rat auf unsere Initiative hin beschlossen, dass die Vergabe der Gewerbegrundstücke in Alfter-Nord künftig mit klaren Kriterien verbunden wird. Vorrang hat dabei, dass die Ansiedlungen für möglichst hohe Gewerbesteuereinnahmen in Alfter sorgen. Damit soll gewährleistet werden, dass die Investitionen der WFA nicht nur Kosten und Risiken für die Gemeinde bedeuten, sondern auch echte Einnahmen in die Gemeindekasse bringen. (Antrag s. unten)
Kritik an Transparenz und Kontrolle
Besonders problematisch: Die Informationspolitik der WFA gegenüber dem Gemeinderat sehen wir als unzureichend an. Bis heute liegt keine belastbare Wirtschaftlichkeitsrechnung für die beiden Großprojekte vor. Auch wenn der Aufsichtsrat – in dem nur CDU und Grüne vertreten sind – von einem engen Controlling und einer Liquiditätsplanung berichtet, werden diese Zahlen dem Rat nicht zugänglich gemacht.
Die letzte dem Rat bekannte Übersicht findet sich im Beteiligungsbericht für 2023, der jedoch erst im Juli 2025 im Rat behandelt wurde. Angesichts der angespannten Finanzlage der Gemeinde ist das, gelinde gesagt, reichlich spät.
Fazit: Die WFA bleibt für viele Ratsmitglieder eine „Black Box“. Mehr Transparenz ist zwingend notwendig – und nur mit verlässlichen Informationen kann die Gemeinde die Risiken einschätzen und Chancen wie in Alfter-Nord wirklich sichern.
Unser Antrag:

